"Das Theater ist das schönste und älteste Lügengewerbe der Welt.
Ein wunderbarer Zauberkasten: Es zeigt wirklich, was in Wirklichkeit nicht ist. “

Gustav Seibt

Unsere aktuellen Projekte:

Eintrittskarten in allen Stadtbüros der Stadt Arnsberg (Tel. 02931-893-1143)

"Kleider machen Leute"
Kulturschmiede Arnsberg am 09., 10., 11., 12. November 2017 um jeweils 19:30 Uhr

( Gottfried Keller )


die Proben haben begonnen

Kleider machen Leute, ist das wirklich so?

Ein schicker Mantel und eine eindrucksvolle Mütze können mitunter ein Leben verändern.
Das erfährt der arbeitslose Schneider Wenzel Strapinski am eigenen Leib. Denn ehe er sich versieht,
haben ihn die Menschen zum reichen Grafen erklärt. Das kann nicht gut gehen.

Doch als er glaubt alles zu verlieren erlebt er, dass es auf Vertrauen und Liebe und nicht nur auf
das äussere ankommt.

Die Novelle von Gottfried Keller überarbeitet von Erika Schmitt-Sackersdorf ist immer noch modern.
-Susanne Gieseke

"Der zerbrochene Krug" Kulturschmiede am 20., 21., 22., 23. Oktober 2016
( Heinrich von Kleist )


die Proben haben begonnen

Es wird schon wieder fleißig geprobt

Ankläger und Beschuldigte, kuriose Figuren und Verwicklungen. Das alles eingebettet in die leider
ewig aktuellen Themen Korruption, Machtmissbrauch, Egoismus und gesellschaftlichen Wandel.

Das ist: Kleists "Zerbrochener Krug". Diese bitterböse Komödie will das "Spielwerk-
Arnsberg" unter Leitung von Susanne Gieseke und Gabi Renner auf die Bühne bringen.

"Weil Kleists Intention, den Blick auf Missstände zu lenken, auch jetzt wieder hervorragend in die
Zeit passt."
-Susanne Gieseke

Immerhin: 1808 bei der Uraufführung im Weimarer Hoftheater gnadenlos vom Publikum
ausgepfiffen, zählt "Der zerbrochene Krug" zu den Klassikern des Theaters. Nicht ohne Grund.

Die Handlung spielt im niederländischen Huisum, einem kleinen Dorf nahe Utrecht, gegen Ende
des 17. Jahrhunderts. Dorfrichter Adam, dessen Schlafzimmer zugleich Gerichtsstube ist, hat an
diesem schicksalsschweren Morgen über einen besonders schwierigen Fall zu richten: Das
Familienerbstück der Marthe Rull, ein Krug von unschätzbarem Wert, ist in der Nacht zerbrochen
worden. Und nun soll Dorfrichter Adam für Gerechtigkeit sorgen und dem Übertäter zu seiner
rechtmäßigen Strafe verhelfen.

Wer wird denn um so einen Krug so einen Aufstand machen!
-Eve

Doch ausgerechnet an diesem Tag kündigt sich zu allem Überfluss unerquicklicher Besuch an: der
des Obergerichtes zu Utrecht. Frau Gerichtsrat Walter ist auf dem Weg nach Huisum. Um sich von
der ordnungs- und vorschriftsgemäßen Justizarbeit auf dem Land zu überzeugen. Denn, findet Frau
Gerichtsrat, so mancher Richter solle seinem Amt nicht mehr recht gewachsen sein. Und tatsächlich
- sie wird Zeugin einer sehr sonderbaren Verhandlung: Verwirrung um eine verschwundene
Perücke, ein arg zerschundener Dorfrichter und ein Verhandlungsverlauf, den so wohl selbst im
dörflichem Huisum niemand erwartet hätte.

"Der Besuch der alten Dame"
(Friedrich Dürrenmatt)



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Wenn eine Stadt ihre Seele verkauft
Amateurtheater "spielwerk" begeistert mit "Der Besuch der alten Dame".
Arnsberg (Westfälische Rundschau/Westfalenpost/Der Westen vom 19. Oktober 2015)

Was würden Sie für eine Milliarde Euro tun? Mit dieser Frage sehen sich die Bewohner des kleinen Städtchens Güllen konfrontiert. Im Theaterstück "Der Besuch der alten Dame" bekommen sie von der Multimilliardärin Claire Zachanassian ein moralisch fragwürdiges Angebot. Das Arnsberger Amateurtheater "Spielwerk" führte das Stück von Friedrich Dürrenmatt am vergangenen Wochenende in der Kulturschmiede auf - und nahm seine Zuschauer mit auf eine Reise in eine Gemeinschaft, die in ihrer Verzweiflung allmählich sich selbst verliert...

Doch es gibt Hoffnung für die Bewohner des verschlafenen Städtchens: Milliardärin Claire Zachanassian, in ihrer Heimatstadt Güllen bekannt als Kläri Wäscher, hat ihren Besuch angekündigt. Die Gerüchteküche brodelt... Alle Blicke richten sich auf Alfred Ill (Andreas Düllberg)), der "beliebteste Bürger der Stadt", wie ihm immer wieder versichert wird. Er war einst Jugendliebe der im Laufe des Stücks ganze neun Mal verheirateten (und geschiedenen) Kläri Wäscher. Er soll sein Wildkätzchen" bezirzen, um an das Geld der Superreichen heranzukommen.

Die elegante Dame, gespielt von Sylvia Düllberg, erfüllt bald darauf die Hoffnungen der Güllener: Sie verkündet, dass sie der Stadt eine Milliarde schenken möchte. Unter einer Bedingung: Alfred Ill soll sterben. Empört lehnen die Bewohner ab - "im Namen der Menschlichkeit", rufen sie...

Weder die Polizei, noch sein Freund der Bürgermeister (Christian Vernholz) sehen Ill in Gefahr. Nach und nach ändert sich die Einstellung der Güllener. Dürrenmatt zeigt mit seinem Stück, wie langsam die Masken fallen, wie nach und nach die Werte des Humanismus vergessen und durch antike Gerechtigkeitsvorstellungen ersetzt werden. Ein Tod für die Gerechtigkeit? ...

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Die Tragikomödie, 1956 uraufgeführt, war für die Schauspieler des Arnsberger Ensembles "Spielwerk" eine große Herausforderung: Viel Text, fast ausschließlich Szenen in großen Gruppen - Dürrenmatts Werk ist keine einfache Kost.

In der Hauptrolle als Alfred Ill stand Andreas Düllberg auf der Bühne - zum ersten Mal: "Es war definitiv eine Herausforderung, die aber echt Spaß gemacht hat", sagte der Debütant nach der Premiere am Freitag. Alle drei Vorstellungen am vergangenen Wochenende waren ausverkauft.

Für die Regisseurinnen Susanne Gieseke und Gaby Renner war vor allem die Größe des Ensembles mit 18 Schauspielerinnen und Schauspielern besonders fordernd. Beide sind glücklich, dass die Zuschauer die Leistung des Amateurtheaters zu schätzen wissen. Das bewies der minutenlange Beifall, der am Freitag aus dem Zuschauerraum der Kulturschmiede schallte. Und zum Schluss beschäftigte so manchen Zuschauer auf dem Heimweg die Frage nach den eigenen Handlungsgrenzen, wenn Reichtum lockt, dieser aber nur durch unmoralisches Verhalten zu erlangen ist.

Krishan van der Kooi

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Warum überhaupt "Der Besuch der alten Dame" im Jahr 2015 auf die Bühne bringen, hat doch Friedrich Dürrenmatt das Stück bereits in den 1950er Jahren verfasst? Ganz einfach: Weil die groteske Entlarvung von Scheinmoral, Käuflichkeit und Eigennutz noch immer in die Zeit passt, vielmehr in einer sich rasant verändernden Gesellschaft aktueller denn je ist. Mit satirisch-parodistischen Mitteln und überraschenden Handlungsänderungen reißt Dürrenmatt in einem dumpf-spießigen Milieu Masken herunter und lässt so - wenn man will - erkennen, welche Motive unter dem Mäntelchen des Allgemeinwohls tatsächlich verborgen sind. Und wie leicht der Mensch zu manipulieren ist. Auch heute noch.

Susanne Gieseke

 

spielwerk-arnsberg e.V. . Iris Scheele . 59821Arnsberg · Tel. 02931-530209· Email: iris@scheele-arnsberg.de

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